Bei der Anreise erfüllte ich mir einen Kindheitstraum und fuhr mit der dampfbetriebenen Harzquerbahn von Nordhausen nach Wernigerode. Dabei kam ich an Orten vorbei, die ich bei der Harzquerung wieder berühren sollte. Sie hatten klingende Namen wie Netzkater, Sophienhof oder Benneckenstein. Über die Orte Elend und Sorge führte zum Glück nur die Bahnstrecke, nicht aber der Lauf am folgenden Tag.

Von Natur und Abenteuer gab es bei diesem Lauf einfach satt. Die Abenteuer beschränkten sich allerdings auf das Überwinden kleiner glitschiger Brücken, das Überspringen von Schlammlöchern und kleinen Bächen und das Laufen auf kleinen Waldpfaden und Hangwegen - mein absoluter Favorit war der schmale Hangweg von Sophienhof zum Netzkater hinunter.

Die Natur zeigte sich in verschiedenen Facetten – der dunkle Fichtenhochwald, die noch kahlen Hochebene mit noch wenig Grün und der erwachenden Laubwald beim Abstieg des Poppenberges, der in das saftige mit Blumen geschmückte Frühlingsgrün der Wiesen im Vorland überging.
Für diesen Wettkampf hatte ich eine klare Taktik. Ich laufe die Anstiege, bis gehen besser ist. Bergab lasse ich es rollen, um Zeit zu gewinnen. Den Anstieg zum Poppenberg mit 300 HM bei km 39 gehe ich hoch und wenn ich wieder unten bin, versuche ich mich ins Ziel durchzukämpfen. Die letzen Kilometer waren dann auch etwas Kampf, der begleitet war von mir bis dahin unbekannten Muskelkrämpfen. Ich verlor wohl noch etwa 5 min auf den letzten Kilometern. Die Zeit von 5:25:32 entsprach den erwarteten 5 ½ Stunden, auch wenn die Strecke auf meinem Garmin nur 48,6 km lang war.

Für mich war es einer der schönsten Läufe der einfach Naturerlebnis pur bietet. Die Organisation ist familiär und liebvoll - bis hin zu den rosa Wollbändchen für die Gepäckanhänger.
Hier kann man (neben allerhand Blödelei) noch mehr davon lesen
(Zwei Bilder hat Martin aufgenommen - schaut mal in seinen Walkerblog)
