15.6.08

Inselsbergtour

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Der Thüringenultra naht und irgendwie sollte man dafür auch Berge trainieren. Was bot sich Besseres an, als mit Joachim mal auf den Inselsberg zu laufen. Irgendwie war es die verlängerte Variante einer früher klassischen Schulwanderstrecke. Da merke ich, wie alt ich bin, den zu meiner Zeit konnte man noch Schülern zumuten, 20 km zu wandern.

Entgegen den Schildern war die Rennrodelbahn am Spießberg doch nicht vereist.


Auf Kaffee und Kuchen im Spießberghaus verzichteten wir, ebenso auf die Rostbratwurst an der Grenzwiese.


Am steilen Anstieg zum Inselsberg trafen wir noch eine bekannte Läuferin, die die Strecke für die Rennsteigstaffel testete.

Vom Inselsberg ging es straff bergab in den Lauchagrund. Nach 26 km waren wir wieder an den Autos.
Hier ist die Strecke in GPSies.

8.6.08

Bergtraining

Der Sonntag in Tabarz legte die Versuchung nah, neue Strecken zu erkunden und so lief ich ziellos in Richtung Wald, um zu schauen, was auf den Wegweisern steht. Der erste Wegweiser brachte schon die Idee, schlug er doch einen Rundweg zum Fünfarmigen Wegweiser mit knapp 9 km vor. Da ich wusste, dass der genannte Wegweiser auf Rennsteighöhe liegt, versprach es, die gesuchte Bergrunde in Vorbereitung des Thüringenultra zu werden. Auf dem Neuen Weg führte es sofort bergan. „Neuer Weg“ heißen meist Wege, die der Forst anlegte, um bequem die Bäume abzufahren. Sie führen deshalb gleichmäßig bergan, dieser ziemlich genau 300 HM auf 3 km, also 10% Steigung. Oben ging es dann zu einem Felsen mit dem schönen Namen Kickelhahnsprung, wo dann auch ein paar Treppen zu bewältigen waren. Vorher hatte ich den verlockenden Wegweiser zu einem Klettersteig schon schweren Herzens ignoriert. Am fünfarmigen Wegweiser erinnerte eine Tafel passend zur Gegend an GutsMuths und nachdem ich für die bisherigen 3,5 km über 28 min gebraucht hatte, ging es nun nur noch bergab. Einen Abstecher auf einen Felsen namens Hirschstein musste allerdings noch sein, denn von dort hatte man einen schönen Blick ins Tal und auf den Inselsberg. Kurz dahinter war am Wegesrand eine Quelle mit dem Namen Limonadenquelle. Zum Glück kam aber doch nur Wasser aus dem Rohr. Zurück ließ ich es dann ein wenig rollen. Dummerweise schoss ich mir versehentlich selbst einen Stein an den Knöchel. Die Socken dämpften etwas den Aufprall, der dennoch schmerzhaft war. Und so hatte ich nicht nur einen schönen Lauf, sondern gleich noch etwas zum Thema Socken im Gelände gelernt. Bilder gibt es mangels Kamera keine eigenen aber wenn man hier die Bilder anzeigen lässt, bekommt man einen Eindruck.

1.6.08

Potsdam Marathon

Acki hat mich ausgelacht!! Ja, richtig ausgelacht als ich ihn gegen Mittag auf dem Rasen des Stadions Luftschiffhafen erzählte, dass ich nur Potsdam laufen wollte, um meine Marathonbestzeit zu verbessern. Argumente wie Sommer, welliges Profil und wechselnde Beläge, waren mir bei meiner Jahresplanung im Winter aber nicht in den Sinn gekommen. Außerdem passte Potsdam zeitlich gut und, und, und...




In der Woche vor dem Marathon änderte ich angesichts von Wetterprognosen um die 30° meine Pläne und meldete mich zum Halben um. Vielleicht kann ich da das Tempotraining der letzten Wochen ausspielen und eine Bestzeit holen.

Schon vor 9 Uhr wählte man lieber den Schatten, das Warmlaufen war ein Wärmelaufen und so kamen Bestzeitenzweifel. Ich hatte auch sofort Schwierigkeiten, mich auf das geplante Tempo von 4:30 einzustellen und selbst, um mich an die 4:40 zu gewöhnen, brauchte ich mehrere Kilometer.

Die Strecke in Potsdam ist wirklich schön. Abgesehen von den ersten drei Kilometern gerade Straße kann man die ganze Zeit nur Staunen. Es geht durch die Einkaufsstraße der Stadt, dann wunderschön auf Parkwegen an der Havel entlang. Kleine Anstiege, staubige und teils sandige Wege kosten aber immer wieder Kraft und Sekunden. Man überquert die Glienicker Brücke, wo einst Agenten von Ost und West ausgetauscht wird. Dann führt der Weg an edlen Villen vorbei. Viele Bewohner teilten wenigsten etwas ihren Wohlstand und hatten Gartenbrausen oder Rasensprenger aufgebaut, die die Läufer gern nutzen. Auch ich nahm jede Dusche mit und schütte mir an jeder der eigentlich reichlichen Verpflegungsstellen zwei Becher Wasser über Kopf und Shirt. Zwischen km 13 und 18 durch den Park von Sanssouci war wohl keine Verpflegung erlaubt. Vor allem vor dem Neuen Palais legte sich die nun schon starke Sonne an, mir viel schwerer, mein Tempo zu halten und ich hechelte dem nächsten Wasser entgegen.
Auf den letzten drei Kilometern zahlte sich das Marathontraining aus, ich wurde noch etwas schneller und war mit 1:40:40 über zwei Minuten unter meiner Bestzeit, die ich 2006 in Wien unter optimalen Bedingungen erlief. Der Gedanke, eine weitere Runde zu laufen, kam allerdings nur ganz kurz.


Dann trieb ich mich noch drei Stunden im Stadion rum, versuchte einige Bekannte zu treffen und beim Zieleinlauf zu fotografieren und bewunderte alle, die den Marathon gelaufen sind, oft sogar in guten Zeiten.


Allerdings habe ich auch so viel Blaulicht wie noch nie bei einem Lauf gesehen. Schlimm waren auch Szenen von Läufern, die 50 m vor dem HM- Ziel zusammenbrachen oder 200 m vor dem M-Ziel solche Krämpfe bekamen, dass sie weggetragen werden mussten und die 5-jährige Tochter hilflos daneben stand.
Dennoch, der Potsdam Marathon ist unbedingt empfehlenswert, v.a. wenn es nicht gerade 30 ° sind.