28.9.08

Berge, Berge, Berge: Der Saale-Rennsteig-Marathon

Ein Premierenmarathon in der Nähe lockt natürlich besonders, vor allem wenn er gut in den Zeitplan der Röntgenlaufvorbereitung passt und so saß ich Sonntag früh im Zug nach Uhlstädt. Uhlstädt muss man nicht wirklich kennen - es liegt zwischen Saalfeld und Jena und ist mit 176 m über NN etwa der tiefste Punkt des Kreises Saale-Rudolstadt. Die rührige SV Cursdorf-Meuselbach hatte sich ausgedacht, einen Marathon vom tiefsten Punkt des Kreises zum höchsten zu veranstalten - nach Piesau, was man nun auch nicht unbedingt kennt.



Der Wetterbericht hatte bestes Laufwetter angesagt, doch im Saaletal lag beim Start noch dicker Nebel, der sich mit den ersten Höhenmeter jedoch schnell lichtete.

An der Strecke waren wohl etwas weniger Zuschauer als zeitgleich in Berlin, aber die jubelten auch.

Erster Etappenort war Saalfeld an der Saale, wo die 25 km Strecke gestartet worden war. Doch anstatt langweilig dem Saaleufer zu folgen, kürzte man die Schleife in etwa 400 m NN über den Kulmberg ab und passierte dabei malerische Dörfer und Laubwälder.

In Saalfeld durfte man sich noch mal die Saale anschauen, bevor es dann richtig bergauf ging.

Piesau liegt im Thüringer Schiefergebirge. Wikipedia gibt kund, dass es sich dabei um eine breite, nach Südosten geneigte Hochfläche am Saaletal handelt. Im Gebiet der steilwandigen Täler von Schwarza und Saale erreichen die Höhenunterschiede zwischen Hochfläche und Talsohle oft 300 m und mehr, was für ein Mittelgebirge recht viel sein soll. Hätte ich doch mal in Wikipedia vorher gelesen! Praktisch sah es so aus, dass es nach Saalfeld 3 km lang mit 10 % Steigung bergan ging. Ich lief mit zwei Läufern, die sich über ihre Erfahrungen beim Spartathlon (246 km) und dem Grand Raid auf Reunion (143 km, 8700 Hm) austauschten. Irgendwie kam mir da der Gedanke, dass ich wohl hier falsch sei. Ich lief mit ihnen noch locker (tatsächlich) den Berg hoch, bevor ich sie an den nächsten Bergen (wie auf dem Bild) nach und nach ziehen ließ.


Überhaupt war es insgesamt ein kommunikativer Lauf. Man unterhielt sich mit allen Läufer beim Überholen, so wie ich es eigentlich nur von Ultras kenne.
Ich hatte mir vor dem Lauf das Profil nur unaufmerksam angeschaut und gedacht, dass es nach Saalfeld nur noch bergan geht. Aber weit gefehlt. Noch zwei mal ging es auf ausgewaschenen Wegen steil in ein Tal hinab und auf der anderen Seite ebenso steil wieder hoch.


Von oben hatte man immerhin schöne Ausblicke auf die Täler.

Ich hatte an den meist 10 %igen Anstiegen das Laufen inzwischen aufgegeben und das Wandern begonnen. Bei der Gelegenheit konnte ich meine erwarte Zeit auch gleich mal von 4:30 auf 4:45 und dann auf 5h+ korrigieren. Erstaunlicherweise überholte ich dennoch immer wieder einzelne Läufer. Ab der Verpflegungsstelle an km 40 ging es leicht bergab und man freute sich auf das Ziel im schon zu sehenden Piesau. Nur die Kilometerangaben ließen zweifen. Der Marathon sollte 43,2 km lang sein und in Piesau kam erst das Schild 42 km. Die Lösung war, dass der Waldsportplatz einen Kilometer außerhalb und 80 weitere HM oberhalb des Ortes liegt.
Dort hatte sich die halbe Gemeinde bei böhmischer Blasmusik in der Sonne versammelt und die Läufer wurden von den Biertischen mit gebührenden Beifall begrüßt.

Fazit: Obwohl nur als Trainigslauf geplant und ab km 30 auch bewusst kräftesparend gelaufen, war es mit 44,3 km auf dem Garmin und 1300 Höhenmeter in 5:10 h mein bisherlangsamster und härtester Marathon - ein Marathon bei dem man mit 3:54 Gesamtzweiter werden konnte. Die Strecke auf GPSies ist hier.

21.9.08

Hohe-Buchen-Lauf 2008 in Arnstadt

Wenn man am Donnerstag einen 30er gelaufen ist und am Freitag bei einer Geburtstagsfeier war, ist der bergige 10,5 km-Lauf schon eine Herausforderung. Bei dem persönlichen Klassiker fast vor der Haustür konnte ich aber dennoch nicht kneifen.

Der Hohe-Buchen-Lauf ist fast schon ein Relikt. Es gibt keine Homepage und die Ausschreibung und die Ergebnisse findet man nur unter der Seite des Sparkassencups bei Lok Arnstadt. Dafür ist der Lauf bestens organisiert mit guter Streckenmarkierung, Streckenposten, Kilometerschildern und genau vermessen.

Die Strecke ist eigentlich eine Crossstrecke auf schmalen Pfaden mit 200 Höhnemetern in einem ständigen Auf und Ab fast ohne jegliche Ebene. Am Start waren die üblichen Verdächtigen. Das Feld sortiert sich schnell. Wie immer kämpfte ich mich bei den Steigungen in der zweiten Hälfte an einige Läufer vor mir heran, bevor sie mich auf der steilen Bergabstrecke wieder überholten. Die Auswertung auf dem Forerunner zeigte, dass ich auch bergab fast nie unter 4 min/km kam.

Im Ziel war ich bei 51:14 min, was eine halbe Minute schneller als im Vorjahr war, wobei damals die Strecke noch rund 400 m kürzer war. Erwähnenswert ist unbedingt auch das Kuchenangebot nach dem Lauf für kleines Geld.

13.9.08

Der Flößgrabenlauf

Wenn ein Lauf in Thüringen zum 29. mal stattfindet, ist er sicher im Zuge der Rennsteiglaufbegeisterung entstanden. Aber genau weiß ich es nicht. Für mich war es in diesem Jahr der dritte Start beim Flößgrabenlauf.
Die Strecke durch den Wald ist herrlich und das Profil klar strukturiert. Erst geht es steil bergauf, dann leicht bergab und dann fast eben auf einer Fahrstraße um die Lütsche-Talsperre herum. Die Lütsche Talsperre wurde in den 30er Jahren gebaut, damit die Dampflokomotiven in Erfurt weiches Wasser bekamen und die Kessel weniger schnell verkalkten. Jedenfalls kann man sich auf der ebenen Strecke richtige die Lunge aus dem Hals rennen, bevor es neben der Staumauer wieder steil heruntergeht.

Der Lauf verlief unspektakulär. Das Feld der ca. 70 Läufer zog sich am Berg schnell auseinander und ich laufe nach Pulsgefühl. Irgendwann kennt man die Läufer vor einem, denen man je nach Profil mal näher kommt, bevor sie meist wieder enteilen. Um den Stausee herum erjage ich einige von ihnen, bevor zwei Läufer in der AK 55 im irren Tempo bergab an mir vorbei rennen. Auf dem Weg zum Ziel habe ich noch genug Kraft, aber niemand mehr in der Nähe, den ich überholen könnte. Die Uhr bleibt bei 1:20:43 stehen, was für die 16,4 km auf dem Forerunner und dem Profil ganz ok ist. Für die 17,8 km laut Ausschreibung wäre es sogar toll, aber 4:30 pro km laufe ich bei 18 km höchstens auf einer ebenen Strecke.