30.3.09

Renée Pleyter: Tödlicher Hermannslauf

.
Nicht nur Zuhälter, Privatdetektive und Bankvorstände auch Archäologen können Fieslinge sein, richtige Fieslinge sogar, wenn es darum geht, ihre wissenschaftlichen Thesen gegen Widersacher zu verteidigen. Ist die Frage so wichtig, wie der wahre Ort der Varusschlacht, die oft noch "Schlacht im Teutoburger Wald" genannt wird, kann der Konflikt sogar tödlich enden.

So stehen sich im Krimi der intellektuell überhebliche aber einsame Archäologe Felix Mehlbaum und sein jovial, mittelmäßiger Fachkollege Stephan Weidinger gegenüber. Mehlbaum hat sein ganzes Leben, erfolglos Belege dafür gesucht hat, dass die Schlacht wirklich im Teutoburger Wald stattfand. Weidinger dagegen arbeitet für einen kommerziell erfolgreichen Museumspark. Mit wenig belegten Indizien unterstützt er die Hypothese, dass die Varusschlacht 80 km vom Teutoburger Wald entfernt stattgefunden habe. Der Museumspark Kalkriese wird im Buch nicht genannt, ist aber eindeutig.
Beide Widersacher starten beim Hermannslauf, der über den Teutoburger Wald vom Hermannsdenkmal nach Bielefeld führt. Unmittelbar vor dem Lauf findet Felix Mehlbaum in einer Wildschweinkuhle neben dem Startbereich den ultimativen Beleg, das genau hier die Schlacht statt fand, bei der im Jahre 9 die Römer vernichtend von den Germanen geschlagen wurden. Damit hat sich sein Lebenstraum erfüllt. Doch was tut ein Archäologe, der zugleich Sportler ist? Er steckt den Metallfund unter sein Laufshirt und startet beim Hermannslauf. Konkurrent Weidinger verfolgt ihn nun auf dem 30 km langen Lauf. Er will ihm den Fund abjagen. Kurz vor dem Ziel kommt es zur tödlichen Auseinandersetzung.
Wer den Hermannslauf wie ich selbst einmal gelaufen ist, wird seine Freude an der Verfolgungsjagd und der Laufbeschreibung finden. Auch wer zum 2000. Jahrestag der Schlacht ein bißchen leichte Belletristik dazu lesen will, kann zu diesem Krimi greifen.
Nichthermannsläufer und archäologisch wenig Interessierte werden vor allem überzeichnete Figuren und eine arg an den Haaren herbeigezogene Handlung bemerken. Dennoch bietet der Krimi hinreichende Spannung bis zum komischen Ende.

Der Hermannslaufausrichter TSVE Bielefeld hatte eine Klage gegen den Pendragon Verlag eingereicht und beim Landgericht Bielefeld beantragt, den Verkauf des Krimis per einstweiliger Verfügung zu untersagen, da es den Hermannslauf diskreditiere. Inzwischen ist man im Verein aber wohl zu Vernunft gekommen und hat die Klage zurückgezogen. Schließlich ist es doch eine nette Werbung. Das Taschenbuch Tödlicher Hermannslauf kostet übrigens 9,90 Euro.


15.3.09

6-Stunden-Lauf Nürnberg

Laufen für den Guru

Mit einer Gedenkminute für den 2007 verstorbenen Sri Chinmoy begann der 6-Stunden-Lauf von Nürnberg. Ich muß zugeben, dass ich etwas skeptisch war wegen des Veranstalters. "Sri Chinmoy trieb Sport nicht nur aus Freude an der Sache oder um den Körper fit zu halten, sondern auch, weil er den Sport als ein natürliches Medium sah, um seine Philosophie der Selbst-Transzendenz, des ständigen Über-sich-selbst-Hinauswachsens, zum Ausdruck zu bringen," kann man auf der Homepage lesen - nun gut.
Auf jeden Fall gilt seine Anhängerschar als der wichtigster Veranstalter von Ultrausdauerwettkämpfen und richtet u.a. die Deutsche Meisterschaft im 24-Stunden-Lauf aus. Da auch intensives Googeln keine negativen Befunde brachte, stand einem Start in Nürnberg nichts entgegen.

Nachdem vor einem Jahr mein erster 6er so erstaunlich entspannt war, hatte ich mich mit Wolfgang verabredet, die 6 Stunden in Nürnberg als Vorbereitung für den langen Rennsteig zu laufen. So verbrachten wir ein Wochenende in Nürnberg und nächtigten in der Nähe der für seinen Triathlon bekannten Stadt Roth im guten und preiswerten Hotel Schloss Kreuth.

Die Wöhrder Wiese am Rande der Altstadt von Nürnberg war ein optimales Gelände für die Veranstaltung. Sie bot eine fast völlig ebene Runde von 1522 m, auf der wir 6 Stunden kreiselten. Gezählt wurden die Runden von Hand durch etwa 40 Jünger und Jüngerinnen.

Überhaupt hatte der Veranstalter mit viel Personal eine einwandfreie Organisation gesichert. Die Verpflegungsstelle bot alles was des Ultras Herz begehrt: Wasser, Tees, Malzbier, Cola, Iso, Brühe, Obst, Schnittchen, Schokolade, Nüsse und Rosinen und mehr.

Die Laufstrecke war dazu mit erbauenden Sprüchen des Gurus und netten Smilies geschmückt.


Der Lauf ist schnell erzählt: Wolfgang und ich liefen ein bißchen im Schnitt von 6 min/km im Kreis rum, die letzten zwei Stunden etwas langsamer. Ab und zu kamen ein paar Freunde hinzu, die uns die Zeit vertrieben. Bei 30 km hatte Wolfgang einen Hänger und bei 40 km ich. Auf der Runde für km 50 fotografierte uns Udo mit den roten 50er-Fähnchen.

Nach dem Marathon und nach 50 km gönnten wir uns mit ruhigen Gewissen eine Gehrunde, hatten wir es doch nur als Trainingslauf geplant.

Die letzte Runde war die schnellste und nach 6 Stunden konnten wir die blauen Fähnchen bei 55,919 km an den Streckenrand stecken.


Wolfgang hat einen Bericht vom Lauf im Forum geschrieben. Einen weiteren Bericht von der Veranstaltung mit vielen Bilder gibt es bei Marathon4you .

12.3.09

Rennsteiglauf - Zwischenzeiten Marathon

.
Ich habe in Vor-GPS-Zeiten eine Exeltabelle für die Splits gebastelt. Da kann man seine angestrebte Zielzeit eingeben und bekommt die Zwischenzeiten an markanten Punkten (ohne jede Höhenkorrektur).
Hier ist die Tabelle . Mit "Datei - exportieren" im Fenster über der Tabelle könnt ihr sie als .xls runterladen und dann im Exelprogramm die gewünschte Zielzeit eingeben. Ich hoffe es funktioniert. Sonst gebt mir über den Kommentar bescheid. Ich maile sie euch auch zu (und lösche auch eure Mailadresse aus dem Kommentar).

Update: Hier und da gibt es noch bessere Tabellen für den langen Supermarathon.

6.3.09

Mehr als Laufen

.
Irgendwie nerven mich inzwischen die Skibilder ganz oben im Blog. Laufbilder und-berichte gibt es noch nicht. Nebel und Nieselregen verlocken auch nicht zu Trainingsbildern. Also gibt es ein Abschiedsfoto von einem treuen Gefährten der letzten Jahre. Weil die Exporthändler nur 1500 € boten, geht er staatlich gefördert in den Schredder. Da ich dem Verschrotter weitere 300 € aus dem Kreuz leiern konnte, hat es sich gelohnt. Übrigens gibt es einen interessanten Blog dazu. Auf den bin ich durch Kylies Seite gestoßen.


Dann noch ein schönes Bild. Bei aller Nichtbeachtung hat sich dieser Blütenreichtum in unserer Küche entwickelt. Natürlich habe ich keine Ahnung wie die Pflanze heißt.
Lizzy hat schon geholfen und den Namen Amaryllis genannt. Danke dir.