25.4.10

Training auf dem Rennsteig

Läufer kennen ja von ihren Partnern eher Fragen mit leicht vorwurfsvollen Ton. Wenn aber die Frage lautet: "Wann gehst du am Wochenende laufen?", bedeutet dies, ich brauche etwas Zeit für eigene Sachen. Solch eine Frage bietet die Möglichkeit, statt einem unauffälligen langen Lauf über etwas mehr nachzudenken. Dazu auserkoren wurde der Trainingslauf der Aktion "Geh aufs Ganze", der über 32 km auf der Strecke des Rennsteigmarathons führt. Nach dem Lauf über den Rennsteig letzte Woche und mit dem SM könnte ich so innerhalb von 4 Wochen fast den ganzen Rennsteig ablaufen.


Mit dem stilechten Bus ging es von Schmiedefeld nach Friedrichshöhe, von wo aus zurückgelaufen wurde. Immerhin wurden zwei Busse mit Läufern gefüllt,  dabei einge vertraute Gestalten, die als Laufgefährten in Frage kamen. Nur Petra schwächelte und drückte sich vor dem Lauf.


Irgendwie ging der Lauf in rasantem Tempo los. Nach dem Vorabend mit Freunden und eingen Gläsern Wein hatte ich mir einen eher geruhsamen Lauf vorgestellt. Um nicht drei Stunden einsam durch den Wald zu laufen, klemmte ich mich an Achim, der noch voller Endorphine vom Kyffhäuser über den Rennsteig raste. Das Wetter war genial - blauer Himmel und Sonnenschein. Die in diesem Jahr ungewohnte Wärme ließ uns dankbar die fünf Verpflegungsstellen nutzen. Die Wärme wird wohl auch auf den Höhen des Grün langsam heraus locken. Auf den Bergen ließ die Vegetation noch eher den Frühling ahnen als sehen.


Auch einzelne Schneeflecken waren noch zu bewundern. Am Dreiherrenstein trieb ich Achim zum baldigen Weiterlaufen. Strafe muss sein - erst mich hetzen und dann rumstehen wollen! Nachdem ich Petra dort meine Weste in die Hand gedrückt hatte, lief es richtig gut und wir flogen Schmiedefeld entgegen, wo schon die Vorbereitungen für den Rennsteiglauf zu sehen waren. Dort lagen wir noch etwas auf der Wiese rum und hofften, dass es uns in zwei Wochen hier genauso gut geht.

18.4.10

3. Gesamtdeutscher Rennsteiglauf

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Es ist erstaunlich, wie die Zeit vergeht, wenn heute der Name "Gesamtdeutscher Rennsteiglauf" schon antiquiert erscheint. In der DDR ging für mich der Rennsteig von der Hohen Sonne bei Eisenach bis Neuhaus am Rennweg. Der tatsächliche Endpunkt in Blankenstein 50 km hinter Neuhaus lag nicht nur unerreichbar im Grenzgebiet. Um auf dem Rennsteig dort hin zu kommen, hätte man mehrmals die Grenze überschreiten müssen. Vor 20 Jahren war es dann ein rieseiges Ereignis, erstmalig den ganzen Rennsteig Abwandern bzw. Ablaufen zu können. Andere Ereignisse waren damals für mich allerdings bedeutsamer. Erst vor einigen Jahren beim Rennsteigstaffellauf hatte ich die 50 km von Blankenstein bis Neuhaus teils laufend teils im Begleitfahrzeug kennengelernt.

Die Ausschreibung zu dem Gruppenlauf über 50 km auf dieser Strecke reizte mich daher vor allem wegen der Streckenlänge und der mir wenig bekannten Landschaft. Wenn mal allerdings in Blankenstein am Beginn des Rennsteigs steht, der Gründer des Rennsteiglaufes und der stellvertretenden Bürgermeister, der damals Grenzposten war, berichten, wie es vor 20 Jahren hier aussah, dann bekommt man schon ein Gefühl für die historische Dimension. Dann gab es schon mal Sekt und das Fernsehen filmte unseren Start.



Bei dem Gruppenlauf mit Erläuterungen gab es viel zu sehen und Rennsteiglauferfinder Hans Georg Kremer ließ uns immer wieder verweilen. Schnell wurde uns klar, warum für die 50 km immerhin 9 Stunden eingeplant waren. So zottelten wir im langsamen Joggingtempo und selbst bei kleinen Hügeln gehend dahin. Die Sonne verwöhnte uns wie noch nie in diesem Jahr und ich haderte mit mir,  keine kurze Hose eingepackt zu haben.


 Die Landschaft im Thüringer Schiefergebirge ist mit den runden Höhenrücken und den tiefen Tälern so ganz anders als im nördlichen Thüringer Wald. Die Orte sind klein, schieferdeckt und verschlafen. Doch in vielen Orten begrüßten uns Einwohner und ergänzten die Verpflegung aus den Begleitfahrzeugen. Die Pausen waren ausgiebig und die Gespräche mit den 30 Mitläufern im orangenen Shirt interessant. Erstaunlich war, dass wir fast genau 18 Uhr in Neuhaus ankamen. Insgesamt war es der langsamte "Lauf" meines sportlichen Lebens. Bei dem lockern Morgenlauf am nächsten Morgen, merkte ich, dass es dennoch 50 km waren.



Hier gibt es noch einige Bilder dazu.

3.4.10

18 +10 km für kein Osterei

Für die meisten Ultraläufer ist "In Würde ankommen" ein erstrebenswertes Ziel. Da für 18 km beim Osterlauf um die Talsperre Heyda bei Ilmenau "In Würde ankommen" irgendwie doch wenig herausfordernd war, hatte ich vor dem Lauf mehr Respekt als vor den 6 Stunden in der vergangenen Woche.

Der Osterlauf in Heyda zieht immer mehr Teilnehmer, dieses Jahr waren es fast 500. Das bedeutet Wartezeiten bei der Auffahrt auf den Wiesenparkplatz, wo es für den Euro Parkgebühr einen eigens gestalteten Parkschein gab, und weitere Wartezeiten bei der Nachmeldung.

Beim ersten Lauf des Jahres trifft man die üblichen Verdächtigen und kann schön gemeinsam jammern, dass man gar nicht in Form ist. Einem der Jammerknaben glaubte ich es. Da er sonst eine halbe Minute pro Kilometer schneller läuft, beschloss, ich mit ihm zusammen den Lauf anzugehen. Das Tempo passte und reichte noch für kurze Gespräche, hatten wir uns doch lange nicht gesehen. An den Anstiegen, die fieserweise am Ende der beiden Runden kommen, verlies ich ihn aber doch. Die Rundenzeit von etwas über 45 min motivierte zur leichten Beschleunigung. Den Läufer im hellblauen Shirt vor mir zu überholen, war nun das Ziel. Ich bekam ihn zwar nicht, konnte ab ca. 10-20 m hinter ihm verschiedene andere Rivalen einsammeln. Mit der Endzeit von 1:29:01 war ich auf der recht hügligen Strecke zufrieden, auch wenn es 75 Sekunden mehr als vor zwei Jahren waren. Nur das Finisher-Osterei entging mir irgendwie. Ich habe auch immer Pech!

Da ich eigentlich einen langen Lauf brauchte, schloss ich mich nach einer kurzen Verschnaufpause einigen ähnlich Verrückten an und wir joggten die Runde noch einmal in entgegengesetzter Richtung. Wieder im Ziel wäre die Pechsträne fast weitergegangen, den der Bratwurstrost war schon leer. Doch ein halbe Bratwurst für jeden fand sich doch noch auf der Warmhaltefläche. Es gibt noch Gerechtigkeit.