30.3.13

Osterlauf mal anders


Als ich früh aus dem Fenster schaute, war wieder mal alles frisch geweißt. Wenn Wintersportvereine schon Läufe organisieren! Der Wintersportverein Ilmenau hat 9 Jahre lang seinen wahren Charakter beim Osterlauf um den Stausee in Heyda verbergen können. Nicht, dass immer schöne Wetter war, aber es war wenigstens irgendwie der Jahreszeit angemessen. Zum zehnten Lauf haben sie dann richtig die Sau rausgelassen, also den Schnee aus den Wolken. Der fiel auf das weiße Zeug, was da schon seit Wochen rum liegt und dabei ist Heyda gerade mal etwas über 400 m über dem Meeresspiegel.

Wohl nur weil die Stellen, die von der Sonne (welche Sonne eigentlich) tagsüber beschienen werden, keinen Schnee mehr hatten, verzichtet der Wintersportverein darauf, den Lauf als Skiveranstaltung auszutragen. Dafür änderten sie die Strecke. Auf der Originalstrecke wäre abschnittweise nur Skilanglauf möglich gewesen. Die neue Strecke hatte die An- und Abstiege der alten. Rausgenommen wurden nur 3 km ebene Laufstrecke pro Runde - braucht ja sowieso keiner. So war die "lange" Strecke statt knapp 19 km nur 13 km und damit war mein Plan irgendwie geplatzt, mit Ein- und Auslaufen einen langen Lauf zu imitieren.

Wie man 13 km läuft, bei denen die wenigen ebenen Abschnitte entweder schneebedeckt oder wegelose Wiese sind, habe ich keine Ahnung. Sowieso 13 km - ich laufe Ultras, damit ich mich nicht so abhetzen muß. Also rannte ich einfach mal schnell los - was für mich so schnell ist. Es ging ja sowieso zuerst auf 500 m ca. 50 Höhenmeter bergab, dann schlammige Wiese geradeaus, dann 150 m auf einem Wiesenpfad steil bergauf. Irgendwann kam man dann auf eine Straße - runter und hoch und schließlich ähnlich zurück.


Inzwischen weiß ich, dass der Körper, nachdem er einige Kilometer wie ein Maikäfer pumpt (wieso pumpen eigentlich Maikäfer?), sich so einstellt, dass ich zwar langsamer aber ohne Herzkasper laufe. Deswegen wurde ich in der zweiten Runde auch überholt. Manchmal überholte ich auch und einige war hinter mir, die sonst vor mir sind. Die hatten wahrscheinlich vorher noch weniger gemacht als ich. Beim Zieleinlauf bekommt man von Sportident sofort den Kassenzettel mit Zeit und Platzierung. Es waren 1:06:19 h für 13,2 km - Platz 4 in der AK, also dieses Jahr kein Treppchen. Ich werde wohl ehrgeizig, nachdem ich letztes Jahr mal drauf stand? Die erste Runde bin ich in 4:50 gelaufen, die zweite in 5:10 min/ km. Tempohärte ist was anderes.

Dafür hatte der Wintersportverein gelernt. In den letzten Jahren bekam man im Ziel immer ein Osterei und eine Banane und hatte keine Hand mehr zum Trinken frei. Dieses Jahr gab es in einer kleinen Tüte das Osterei und eine kleine Salami - die Banane hätte den Frost sowieso nicht vertragen. Jetzt hatte man auch noch eine Hand zum trinken frei. Überhaupt ist es eigentlich eine schöne, gut organisierte Veranstaltung auch mit ausreichendem Kuchen. Wenn die nicht so fies mit dem Wetter wären. Ich sage nur Wintersportverein!

Ohne auf die Siegerehrung zu warten, lief ich noch etwas, um auf Kilometer zu kommen. Nach 5 km hatte ich auch dazu keine Lust mehr. Der Garmin hatte insgesamt 23,5 km addiert. In zwei Wochen beim Bilstein-Marathon will ich 53 km laufen. Aber vielleicht kann man da ja die Ski nehmen.

17.3.13

Tja..

...was soll man da sagen. Zumindestens habe ich schon mal die km 30 - 37 des SM begutachtet.
Heute kam man hier unten beim langen Lauf auch einigermaßen voran, wenn auch viel über Schnee und Eis.





14.3.13

Spurensuche

Es hat noch mal geschneit diese Woche. Die Landschaft hat eine weiße Mütze auf und sieht schön in der Sonne aus. Gutes Wetter um am Abend zu laufen.

Auf der kleinen Nebenstraße zum Wald ist der festgefahrene Schnee überfroren. Meine Laufschuhe, Icebugs mit den kleinen Dornen, greifen gut. Es macht Spaß.
Der steile Weg zu den letzten Häusern ist geschoben. Da wo die Sonne hin kam, schaut der Boden heraus.
Hinter den letzten Häusern ist nicht mehr geschoben, aber die Autos vom Forst oder den Jägern haben breite Spuren hinterlassen. Ups, die Spur ist durch die Temperaturen am Tage nicht allzu fest. Ich rutsche bei jedem Schritt leicht zurück - geht schon.

Einen halben Kilometer später biegen einige Spuren ab. Ich folge einer schmalen Jeepspur, muß die Füße genau voreinander setzen und komme bei jedem Schritt in den seitlichen Schnee. Es geht immer noch bergan und ist anstrengend. Ich überlege zu gehen, laufe weiter.

Oben biegt die Autospur ab, ich folge nun vier Fußspuren durch 20 cm Neuschnee.
An der nächsten Gabelung biegen zwei Fußspuren ab - Mist.
Etwa 400 m weiter hat mein Vorgänger gewendet - es war eine Spur hin und zurück.

Ich folge nun einer Rehspur, vielleicht war es auch ein Hund. Ich fluche und hoffe auf den breiten Forstweg in einem Kilometer, der immer geschoben ist.

Heute ist er nicht geschoben, hat aber wieder zwei menschliche Fußspuren und eine Fährte vom Reh.
Nach 500 m biegen die Fußspuren ab, wenigstens das Reh blieb auf dem Weg.
Hinter der nächsten Kurve bog auch das Reh ab.

Vor mir sind unberührte 20 cm Neuschnee, da wo Sonne hinkam sind sie verharscht.
Es ist still im Wald und dämmert. Ich habe kein Handy mit. Auch Robert Scott hatte keins, als er auf dem Rückweg vom Südpol erfror. Ist mir egal.

Ich erreiche den Radweg - er ist festgetrampelt, es macht trotzdem keinen Spaß mehr.
Dann kommt eine Anliegerstraße. Sie liegt tagsüber in der Sonne und ist voller Schneematsch, der noch nicht gefroren ist.

Irgendwann bin ich dann daheim, habe 1:12 h für 10,3 km gebraucht.
Ich will Frühling. Es schneit wieder.

10.3.13

Kein Kreiseln an der Fulda

Irgendwann im Herbst habe ich mich in Rotenburg zum 6-h-Lauf angemeldet und versuchte in den letzten Wochen noch krampfhaft ein paar Kilometer zu machen. Am Donnerstag kam dann die Mail:

Liebe Läuferin, lieber Läufer, aufgrund der aktuellen Wetterlage und der Prognose insbesondere für den kommenden Sonntag, an dem wir den Sechs-Stunden-Lauf starten wollten, haben wir uns kurzfristig zu einer Verlegung entschieden. Der Lauf im Rotenburger Schlosspark wird NICHT am Sonntag, dem 10 März stattfinden! 

 Nun fand ich das übertrieben, da man bei einem Rundenlauf schlimmstenfalls ja jederzeit den Lauf abbrechen kann und keinen Läufer suchen muß. Aber die Entscheidung des Veranstalters ist zu akzeptieren, zumal er das Startgeld vollständig zurückzahlt, wenn man zum Ersatztermin, wie ich, nicht kann. Irgendwie hat mich die Absage aber laufmäßig etwas aus der Bahn geworfen. So ging ich heute auf Radwegen und Nebenstraßen eher lustlos auf eine längere Entdeckungstour, bevor der Schnee am Abend wieder zurück kam.


6.3.13

16 km ohne Laufschuhe

So ein Tag Resturlaub in der Woche ist fein. Toll gespurte Loipen am Grenzadler in Oberhof ließen den Ärger über die unverschämten 2 € Parkgebühren pro Stunde(!) schnell verfliegen. Ein aufgegabelter netter fränkischer Begleiter, blauer Himmel und milde Temperaturen waren Teile eines schönen Skitages - wahrscheinlich der letzte für diesen Winter.





2.3.13

Lang oder nicht lang?

Nein, es geht nicht um die Laufbekleidung - da gibt es bei Temperaturen um den Gefrierpunkt bei mir keine Frage. Da ich nächste Woche aber in Rotenburg 6 h laufen will, ging es um einen langen Lauf an diesem Wochenende. Weil ich dieses Jahr erst einmal 25 km und auch ansonsten eher wenig gelaufen bin, erschien mir ein weiterer langer Lauf angebracht.
Schwieriger war die Frage der konkreten Umsetzung. Hier liegt immer noch reichlich Schnee auf allen Wegen. Das wäre an sich weniger ein Problem, wenn er nicht durch die Temperaturen über 0° eher Schneematsch wäre.
Also zeitig loslaufen und hoffen, dass der Schnee nach der Nacht immer noch gut durchgefroren ist. Die Streckenfestlegung erfolgt nach dem Prinzip: Ich laufe los und wenn ich einen gut belaufbaren Weg finde, folge ich ihm und drehe um, wenn die geräumte Spur enden sollte.
Der Vorteil der Aktion ist, dass man Dinge sieht und fotografiert, an denen man sonst nur selten vorbei kommt und 28 km waren es dann auch. Dass nach Jahrzehnten mal wieder die Sonne zu sehen war, machte es zu einem richtig schönen Lauf.

Sühnekreuz im Reichenbachtal bei Plaue
Bei Plaue
Geraradweg
Angelroda
Abgebaute Eisenbahnbrücke in Angelroda