Wohl nur weil die Stellen, die von der Sonne (welche Sonne eigentlich) tagsüber beschienen werden, keinen Schnee mehr hatten, verzichtet der Wintersportverein darauf, den Lauf als Skiveranstaltung auszutragen. Dafür änderten sie die Strecke. Auf der Originalstrecke wäre abschnittweise nur Skilanglauf möglich gewesen. Die neue Strecke hatte die An- und Abstiege der alten. Rausgenommen wurden nur 3 km ebene Laufstrecke pro Runde - braucht ja sowieso keiner. So war die "lange" Strecke statt knapp 19 km nur 13 km und damit war mein Plan irgendwie geplatzt, mit Ein- und Auslaufen einen langen Lauf zu imitieren.
Wie man 13 km läuft, bei denen die wenigen ebenen Abschnitte entweder schneebedeckt oder wegelose Wiese sind, habe ich keine Ahnung. Sowieso 13 km - ich laufe Ultras, damit ich mich nicht so abhetzen muß. Also rannte ich einfach mal schnell los - was für mich so schnell ist. Es ging ja sowieso zuerst auf 500 m ca. 50 Höhenmeter bergab, dann schlammige Wiese geradeaus, dann 150 m auf einem Wiesenpfad steil bergauf. Irgendwann kam man dann auf eine Straße - runter und hoch und schließlich ähnlich zurück.
Inzwischen weiß ich, dass der Körper, nachdem er einige Kilometer wie ein Maikäfer pumpt (wieso pumpen eigentlich Maikäfer?), sich so einstellt, dass ich zwar langsamer aber ohne Herzkasper laufe. Deswegen wurde ich in der zweiten Runde auch überholt. Manchmal überholte ich auch und einige war hinter mir, die sonst vor mir sind. Die hatten wahrscheinlich vorher noch weniger gemacht als ich. Beim Zieleinlauf bekommt man von Sportident sofort den Kassenzettel mit Zeit und Platzierung. Es waren 1:06:19 h für 13,2 km - Platz 4 in der AK, also dieses Jahr kein Treppchen. Ich werde wohl ehrgeizig, nachdem ich letztes Jahr mal drauf stand? Die erste Runde bin ich in 4:50 gelaufen, die zweite in 5:10 min/ km. Tempohärte ist was anderes.
Dafür hatte der Wintersportverein gelernt. In den letzten Jahren bekam man im Ziel immer ein Osterei und eine Banane und hatte keine Hand mehr zum Trinken frei. Dieses Jahr gab es in einer kleinen Tüte das Osterei und eine kleine Salami - die Banane hätte den Frost sowieso nicht vertragen. Jetzt hatte man auch noch eine Hand zum trinken frei. Überhaupt ist es eigentlich eine schöne, gut organisierte Veranstaltung auch mit ausreichendem Kuchen. Wenn die nicht so fies mit dem Wetter wären. Ich sage nur Wintersportverein!
Ohne auf die Siegerehrung zu warten, lief ich noch etwas, um auf Kilometer zu kommen. Nach 5 km hatte ich auch dazu keine Lust mehr. Der Garmin hatte insgesamt 23,5 km addiert. In zwei Wochen beim Bilstein-Marathon will ich 53 km laufen. Aber vielleicht kann man da ja die Ski nehmen.
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