Ich sitze in der Thüringer Hütte am Grenzadler, esse etwas und sehe draußen die Supermarathonläufer vorbeiziehen, die etwa nach einem Lauf von 9 Stunden in Schmiedefeld im Ziel sein werden.
Dabei dachte ich mir noch gestern, dass ich schon Ankommen werde. Ich wollte beim Lauf nicht trödeln und versuchen unter meine Schallmarke von 8:30 h zu kommen.
Alles lief gut.
In Eisenach beim Start schien die Sonne und entgegen allen Vorhersagen blieb es trocken. Auf dem Inselsberg war ich nach 2:50 h - paßt. Allerdings entscheidet sich die Zeit sowieso erst im letzten Drittel. Vor der Ebertswiese wurde es etwas schwerer, aber das ist so.
An der Neuen Ausspanne bei km 40 spürte ich beim Anlaufen plötzlich einen mächtigen Schmerz am Außenband des Knies, das sich schon vorher bemerkbar gemacht hatte. Unsicher ob ich so noch bis zum Grenzadler kommen, überlegte ich hier abzubrechen. Doch meist wird es auch wieder besser. Also ging ich erst mal wandern. Laufversuche wurden durch Schmerzen bestraft. Gedanken wurden gewälzt: Wer am Grenzadler aufhört, kommt dennoch in die Ergebnisliste und erhält Medaille, Shirt und Urkunde.
Irgendwann ging es wieder - ich traf einen Lauffreund und konnte mit ihm 5 km laufen, wenn auch langsamer als zuvor. Plötzlich wieder Schmerzen, nicht so schlimm aber sehr deutlich. Ich bin demoralisiert und rechne. Selbst wandernd wäre ich nach 10 Stunden im Ziel. Doch macht es Sinn, das angegriffene Bein weiter zu belasten.
Kurz vor dem Grenzadler fälle ich die Entscheidung - ich belasse es bei 55 km.
Wäre es mein erster Supermarathon gewesen oder mein 50. Lauf über die Marathonstrecke oder länger, hätte ich mich ins Ziel geschleppt. Auch die Party im Festzelt ist schöner, wenn man wirklich ins richtige Ziel gekommen ist.
26.5.13
16.5.13
In Würde ankommen!?
Eine Woche vor dem Rennsteig steigt wieder die Vorfreude. Zwar bin ich weniger als in den Vorjahren gelaufen, doch die beiden 50er waren problemlos, so dass ich fast unaufgeregt bin. Aber Vorsicht - 73 km wollen erst mal gelaufen sein.
Zeitambitionen habe ich eher weniger. Nach 8:40 h, 8:34 h und 8:31 h wäre etwas unter 8:30 schon nett, aber eigentlich ist das immer noch weit unter meinen theoretischen Möglichkeiten. Nach allen Erfahrungen läuft es sowieso oder halt auch nicht. In Würde anzukommen, ist bei einem längeren Ultra immer noch mein Hauptziel, auch wenn der 41. Rennsteiglauf meine 49. Lauf über die Marathonstrecke oder länger sein wird.
Nachdem ich in diesem Besinnungsaufsatz mein Innerstes aufgedeckt habe, gibt es auch noch eine skurrile musikalische Einstimmung.
Ich freue mich all die Laufverrückten in Schmiedefeld zu sehen und wer nicht dort ist, hat was verpasst. (Nachmeldungen sind möglich, außer beim HM - aber wer will da schon laufen?)
Zeitambitionen habe ich eher weniger. Nach 8:40 h, 8:34 h und 8:31 h wäre etwas unter 8:30 schon nett, aber eigentlich ist das immer noch weit unter meinen theoretischen Möglichkeiten. Nach allen Erfahrungen läuft es sowieso oder halt auch nicht. In Würde anzukommen, ist bei einem längeren Ultra immer noch mein Hauptziel, auch wenn der 41. Rennsteiglauf meine 49. Lauf über die Marathonstrecke oder länger sein wird.
Nachdem ich in diesem Besinnungsaufsatz mein Innerstes aufgedeckt habe, gibt es auch noch eine skurrile musikalische Einstimmung.
Ich freue mich all die Laufverrückten in Schmiedefeld zu sehen und wer nicht dort ist, hat was verpasst. (Nachmeldungen sind möglich, außer beim HM - aber wer will da schon laufen?)
4.5.13
Alteburglauf: Wie läufst du an?
Diese Frage an meinen Lauffreund von seiner erwachsenen Tochter erschien mir für einen teils bergigen 10-km-Lauf reichlich absurd. Noch mehr verwirrt war ich über seine Antwort: "Einfach locker", hätte ich doch mit "Volle Pulle" geantwortet. Dabei muß ich zugeben, dass ich vor einer Hetzerei über 10 km mehr Schiß hatte, als vor gemütlichen 50 km über die Berge des Harzes in der vergangenen Woche. Außerdem kann man über 10 km irgendwie wenig berichten.
Fast überraschend ertönt der Startschuss. Obwohl ich recht weit vorn stehe, überhole ich etliche Läufer. Als ein deutlich schnellerer Bekannter im blauen Shirt vor mir auftaucht, bremse ich mich. Später stelle ich fest, dass ich den ersten Kilometer leicht bergan in 4:10 min/km gelaufen bin. Nach 2 km löst sich Blaushirt von mir, ich wurde etwas langsamer. In der Folge werde ich von Weißshirt, Quitschgrünshirt, Einanderesblaushirt und einigen mir nicht mehr erinnerlichen Shirts überholt. Verwunderlich finde ich, dass es vor allem bergan geschieht, während ich auf der geraden Strecke wieder aufschließe.
Irgendwann kommt dann das Ziel, ohne dass ich auf dem letzen Kilometer noch beschleunigen kann. Mit 46:08 min bin ich 1:15 min langsamer als vor zwei Jahren. Dabei ist die Strecke ca. 200 m kürzer. Für meine Zeit spielt die Harzquerung vor 6 Tagen wohl eine Rolle. Da ich kein Zeit für Fotos hatte, gibt es nur eine Grafik aus Sporttracks. Interessiert sicher keinen, sieht aber besser aus als nur Schrift.
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